Ökumenische Fastenzeit 2021

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Was hat der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun?
Stephan Koch,
Solidaritäts-Sonntag vom 7. März 2021 um 10.30 Uhr.
Liebe Mitglieder der evangelischen Kirchgemeinde Ermatingen.
In der Ökumenischen Kampagne 2021 steht die Klimagerechtigkeit im Mittelpunkt. Die Länder des globalen Südens sind bereits jetzt am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Für Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein ist es eine Frage der Gerechtigkeit, dass die Nationen und Menschen, die hauptsächlich für Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, endlich Verantwortung übernehmen. Die Schweiz ist eines dieser Länder. Um auf die Klimakrise zu antworten und die Erde zu bewahren, ist eine Umkehr zu einem genügsameren Lebensstil notwendig. Nur so können wir die Schattenseite unseres Handelns minimieren und den globalen Temperaturanstieg auf 1.5° Celsius begrenzen.
Damit die globale Klimaerwärmung nicht über 1.5°Celsius steigt, braucht es die konsequente Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens. Dazu gehört eine agrarökologische Landwirtschaft, die nicht Natur zerstört, sondern sich in diese einfügt. Es braucht zudem den Ausstieg aus fossilen Energien und erneuerbare Energien, die sozial und ökologische verträglich sind.
Betroffene Menschen und Gemeinschaften weltweit müssen die notwendigen Ressourcen bekommen, um sich an den Klimawandel anpassen zu können und sie müssen Zugang erhalten zu ökologisch und sozial nachhaltig produzierter Energie. Wir verbrauchen mehr, als wir haben. Mit unserem Lebensstil in der Schweiz sind wir mit daran beteiligt, die Grundlage unseres Lebens zu zerstören –die Erde. So sind wir eine Bedrohung für Mensch, Tier und Natur. Denn wer zu viel verbraucht, schadet:
sich selbst, seiner Gesundheit und seiner Beziehung zu Gott
anderen Menschen, die deswegen zu wenig haben, ausgebeutet werden, leiden
dem Lebensraum und den Geschöpfen, die darin wohnen.

Klimagerechtigkeit braucht die Freude am «weniger» und dafür «mehr» Genügsamkeit und Solidarität mit den Menschen, die unter den Folgen leiden, die von unserer schweizerischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verursacht werden.

Auch in diesem Jahr hat Brot für alle/Fastenopfer Projekte ausgewählt, durch deren Unterstützung es Pfarreien oder Kirchgemeinden ermöglicht wird, hunderttausenden Menschen in Afrika, Asien oder Lateinamerika zu einem besseren Leben zu verhelfen. Im ökumenischen Gottesdienst am 7. März wollen wir in Ermatingen für die beiden Hilfswerke und ihre verschiedenen Projekte sammeln.
Drei Beispiele für ökumenische Projekte, die Brot für alle/Fastenopfer unterstützt:

Indonesien – im Kampf gegen die Sintflut!
In Klima Workshops von „Brot für alle“ lernen Dorfvertreterinnen und –vertreter wie sie ihre Heimat vor den Folgen des Klimawandels schützen können. So lernen die Teilnehmer des Workshops z.B. Mangroven anzupflanzen, um so ihre Inseln vor starken Wellen und Wind zu schützen, denn sie wollen ihre Inseln nicht kampflos dem Meer überlassen.
Mit 55 Franken ermöglichen Sie einer Person, einen Tag an einem Klima-Workshop teilzunehmen.

Guatemala – Das ersehnte Land ist nah!
Kleinbauern in Guatemala fürchten sich vor Grossgrundbesitzern, die ihnen ihr Land wegnehmen wollen. Mit dem Landraub verlieren diese Kleinbauern ihren ohnehin be-scheidenen Besitz und ihre Nahrungsquelle. Durch die Hilfe von „Brot für alle“ kann sich ein Fachanwalt für diese Kleinbauern einsetzen. Sie erhalten Besitzurkunden für ihr Land und sind damit vor Landraub geschützt. So können sie sich auf ihrem eigenen Land eine bessere Zukunft aufbauen.
Mit 45 Franken ermöglichen Sie die Arbeit einer juristischen Fachperson für Landrecht, um einer kleinbäuerlichen Familie zu ihrem Landtitel zu verhelfen.

Uganda – Eine grüne Zukunft für Bulyakamu!
Wegen des Klimawandels ist auf die Regenzeit kein Verlass mehr. Manchmal regnet es zu viel, manchmal bleibt der Regen ganz aus. Dann ernten die Menschen zu wenig oder gar nichts. Und trotzdem schauen die jungen Menschen des Dorfes zuversichtlich in die Zukunft. Im landwirtschaftlichen Haushaltskurs von „Partner sein“ lernen sie, auf die Herausforderungen zu reagieren, die der Klimawandel mit sich bringt. Durch Experten für ökologischen Landbau lernen sie, selbst Bewässerungsanlagen zu bauen oder den Boden mit natürlichen Methoden fruchtbarer zu machen. Dank der Ausbildung sehen junge Menschen wieder eine Zukunft in ihrem Dorf.
Mit 50 Franken tragen Sie dazu bei, dass ein junger Mensch die Haushaltsschule besuchen kann.

Mehr Informationen unter diesem Link:
» brotfueralle.ch/fuer-kirchgemeinden/spenden-und-projekte/