Bericht Seniorennachmittag vom 11. März 2020

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zum Thema "Wie macheds dänn die Pfarrerslüüt" mit Pfr. Werner Pfister
Eddy Billeter
Bis auf den letzten Platz war der Pfarreisaal der katholischen Kirche besetzt, als am 11. März Bea Loosli die Anwesenden am Seniorennachmittag der paritätischen Kirchgemeinde Ermatingen begrüsste. Die Pfarreiseelsorgerin der katholischen Kirchgemeinde nahm in ihrer Begrüssungsansprache das allgegenwärtige Coronavirus zum Thema und kaum einer von den Zuhörern wusste, dass die heilige Corona, die vor Seuchen schützen sollte, 1800 Jahre nach ihr einen Virus nach ihr benannt wurde.

Etwas ungewohnt war es schon, begrüsste man sich bei anderen Treffen mit einem herzhaften Händedruck oder sogar mit einer freundschaftlichen Umarmung, winkte man sich verhalten zu, weil man ja nicht wusste ob der ungeladene Coronavirus unter den Anwesenden war. Die Sympathie des Referenten Pfarrer Werner Pfister liess aber alle Bedenken beiseite schieben und man freute sich, ein vertrautes Gesicht wieder zu sehen.

«Wie mached’s denn die Pfarrerslüüt» war das Thema und Werner Pfister wusste so viele Episoden, ja mitunter auch Anekdoten aus seiner langen Tätigkeit als Pfarrer den gespannt zuhörenden Seniorinnen und Senioren zu vermitteln.

In jungen Jahren in Illnau für die Jugend zuständig, sie zu lehren, zu formen und auch zu verstehen, miteinander auch mal Tanzabende zu veranstalten, sie auf den weiteren Weg vorzubereiten, hätte der Herrgott Werner Pfister keinen besseren Platz zuteilen können.

Auch ein Pfarrer wird älter und mit dem Alter beginnt man, das Alter zu verstehen. So war er 18 Jahre in Pfäffikon ZH tätig. Er war nicht nur Herr der Kanzel, oh nein, gar Macher lehnte am Gartenzaun und genoss bei seiner Gartenarbeit ein Schwätzchen mit «seinem» Pfarrer. Nun war er für die älteren Semester da, er konnte zuhören, trösten und manches Schicksal bereitete mitunter auch ihm feuchte Augen.

Ein Pfarrer kann ein Beruf sein, aber wenn ein Pfarrer den Beruf als Berufung wahrnimmt, ist das ein Segen für die Gemeinde. Ich denke, dass Pfarrer Pfister auch nach der Pensionierung mit Begeisterung sein Amt ausführte. In unserem Fall hat er mit seiner fröhlichen Art als Seelsorger das halbe Jahr, in dem Pfarrer Marc Mettler im Studienaufenthalt in Südafrika verweilte, die Herzen der Mitglieder der reformierten Kirche Ermatingen erobert. Alle haben sich auf das Wiedersehen gefreut. Rückblickend betrachtet war das von Frau Tribull am Anfang vorgetragene Gedicht von Max Feigenwinter eine Wiederspiegelung seines Wirkens.

Geduldig hat er auch die vielen Fragen der Zuhörer beantwortet und alle freuten sich, als anschliessend der von Barbara Plüer zubereiteten Zvieri auf den von Nathalie Eugster kunstvoll dekorierten Tischen serviert wurde.
An diesem Nachmittag blieb auch genügend Zeit um sich untereinander auszutauschen und die Gemeinschaft zu pflegen bevor Pfarrer Stephan Koch mit seinem Schlussgebet den Seniorennachmittag beendete.

Eddy Billeter
2020-03-11 Seniorennachmittag
18.03.2020
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