Judith Keller

Bericht - Seniorennachmittag in Ermatingen vom 20. März 2019

Seniorennachmittag<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-ermatingen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1</div><div class='bid' style='display:none;'>3427</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Schlossgeschichten
Trotz strahlendem Sonnenschein haben sich ca. 40 Seniorinnen und Senioren der beiden Kirchgemeinden von Ermatingen im katholischen Pfarreisaal zusammengefunden weil das Thema Vielversprechendes erwarten liess, wurde doch mit der Einladung zum Referat von Herr Kammerlander ein Kenner engagiert der sich mit den Schlössern rund um Ermatingen bestens auskennt.
Gemeindeleiterin Anne Zorell begrüsste die Anwesenden, die manchmal Mühe hatten die
ausführlichen Erklärungen des Referenten und die vielen Jahreszahlen der Ereignisse zu speichern. Das Hauptthema war das Schloss Arenenberg, das unweigerlich mit der Geschichte von Napoléon einen interessanten Gesprächsstoff bildete, beginnend mit dem Sohn des Louis Bonaparte, König von Holland und der Hortense.
1816 wähle Hortense de Beauharnais, die Stieftochter Napoleons I., das Schloss als Exilsitz, wo ab 1817auch ihr Sohn Louis bei seiner Mutter lebte und 1832 von der Gemeinde Salenstein das Ehrenbürgerrecht erhielt. In der Zeit wurde auch die mit viel Liebe wieder hergestellte Gartenanlage erbaut.
Nach dem Tod von Hortense 1837 veräusserte ihr Sohn Louis Napoleon das Schloss, kaufte es 1855 jedoch als Kaiser unter dem Namen Napoleon III. wieder zurück. Nach einer ereignisreichen Geschichte schenkte 1906 Eugénie aus Dankbarkeit das Gut dem Kanton Thurgau, der seither in der Schlossanlage das Napoleonmuseum pflegt.
Wie es mit dem im 12. Jahrhundert erbauten und 1980 renovierten Schloss Salenstein nach dem Tod des Besitzers weitergeht ist ungewiss.
Nach einem willkommenen Kaffee war Interessanteres über das Schloss Sandegg zu erfahren, denn aus Quellen aus dem 15. Jahrhundert soll bereits im 8. Jahrhundert ein Allemanne darauf gewohnt haben. Urkundlich nachgewiesen ist Schloss Sandegg seit der Mitte des 13. Jahrhunderts im Besitz des Klosters Reichenau. Nach 1272 war das Schloss der bevorzugte Aufenthaltsort von Abt Albrecht, dessen Kloster nach dem Brand von 1235 immer noch in Trümmern lag. Ab 1350 musste man das verarmte Kloster Schloss Sandegg verpfänden, es begann eine Zeit steten Inhaberwechsels. 1671 kauften es die Jesuiten von Konstanz, 1693 das Kloster Muri im Kanton Aargau. Dessen Abt Plazidus Zurlauben baute das Schloss zu einer schönen Anlage aus. Anfang des 19. Jahrhunderts war das Schloss wieder baufällig und wurde schliesslich vom Zürcher Bankier Konrad Hottinger gekauft, der es einer eingehenden Renovation unterzog. Als man den Ofen des Schlosses besonders stark einheizte, um die neuen Farben zu trocknen, brannte das Gebäude am 3. September 1833 vollständig nieder. Die Ruine darf seit 2005 nicht mehr betreten werden, da Einsturzgefahr besteht. Die Nordwestecke der Ruine ist im Herbst 2006 abgestürzt.
Dem kurzen Steifzug durch das Schloss Luisenberg wurde nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt , wehte doch von der Küche her der verführerische Duft der anschliessend von freundlichen Damen servierte Toast Hawaii. An dieser Stelle wieder ein herzliches
Dankeschön für den kulinarischen Teils dieses geselligen Nachmittags. Nach einem Gebet verabschiedete uns Pfarrer Stephan Koch.
Eddy Billeter
Bereitgestellt: 27.03.2019     
aktualisiert mit kirchenweb.ch